Die Ergebnisse auf einen Blick

Qualitätswahrnehmung des Publikums
Berichterstattungsqualität
  • Tages-und Onlinezeitungen
  • Sonntagszeitungen und Magazine
  • Boulevard- und Pendlerzeitungen
  • Radio- und Fernsehsendungen

Verschiedene Methoden kommen zu ähnlichen Ergebnissen Die X-Achse zeigt die inhaltsanalytisch gemessene Berichterstattungsqualität auf einer Skala von 0 (sehr niedrig) bis 100 (sehr hoch). An der Y-Achse lässt sich die Qualitätswahrnehmung des Publikums, wie sie mittels Onlinebefragung gemessen wurde, ablesen. Die Skala reicht ebenfalls von 0 (sehr niedrig) bis 100 (sehr hoch).

Lesebeispiel: Die Boulevard- und Pendlerzeitungen sind rot eingefärbt. Diese Gruppe weist mit Blick auf die Berichterstattungsqualität (Inhaltsanalyse) und Qualitätswahrnehmung (Bevölkerungsbefragung) die geringste Qualität auf (Position unten links).

Was wurde untersucht? Das Medienqualitätsrating (MQR) analysiert und bewertet die Qualität von reichweitenstarken Medientiteln aus der Deutschschweiz und der Suisse romande aus den Gattungen Presse, Radio, Fernsehen und Online. Insgesamt wurden 49 Medientitel, die eine journalistische Berichterstattung aufweisen, untersucht: Boulevard-, Online-, Pendler- und Sonntagszeitungen, Magazine, Onlinesites sowie Radio- und Fernsehsendungen.

Einteilung in vier Gruppen Wie lassen sich verschiedene Medientitel überhaupt sinnvoll miteinander vergleichen? Die untersuchten Medientitel gehören unterschiedlichen Gattungen (Radio, Fernsehen, Presse, Online) an, verfügen über unterschiedliche Publikationszyklen und zeichnen sich durch unterschiedliche inhaltliche Ausrichtungen aus (z.B. Qualitäts- und Boulevardpresse). Die vorgenommene Einteilung in die vier Gruppen «Tages- und Onlinezeitungen», «Sonntagszeitungen und Magazine», «Boulevard- und Pendlerzeitungen» sowie «Radiound Fernsehsendungen» reflektiert die Merkmale der Gattung, Erscheinungszyklus und Ausrichtung. Selbstverständlich sind auch Vergleiche von Medientiteln über die vorgeschlagenen Vergleichsgruppen hinweg möglich, da die Qualität aller 49 Medientitel nach denselben Verfahren – Inhaltsanalyse und repräsentative Bevölkerungsbefragung – ermittelt wird.

Publikum und Wissenschaft teilen Qualitätsverständnis Die Ergebnisse der Berichterstattungsqualität (Inhaltsanalyse) und der Qualitätswahrnehmung der Bevölkerung (repräsentative Onlinebefragung) decken sich stark. Statistisch gesprochen: Der Korrelationskoeffizient nach Pearson (r) beträgt 0,86 und ist somit nochmals höher als in den vorherigen MQR von 2016 (r = 0,82) und 2018(r = 0,84). Das bedeutet, dass ein Medientitel, dessen Berichterstattung eine hohe Qualität aufweist, auch von den Befragten als qualitativ hochwertig eingeschätzt wird – und umgekehrt. Die hohe Korrelation der Ergebnisse kann so gedeutet werden, dass in der Bevölkerung ein Qualitätsverständnis von Medien fest verankert ist, welches den demokratietheoretischen Überlegungen entspricht, die der Inhaltsanalyse zugrunde liegen. Im aktuellen MQR-20 schneiden die SRF-Rundfunksendung Echo der Zeit und die Neue Zürcher Zeitung am besten ab, die Boulevard- und Pendlerzeitungen – insbesondere der Blick und die Westschweizer 20 minutes – am schlechtesten.

Berichterstattungsqualität
Qualitätswahrnehmung des Publikums

Lesebeispiel: Die Sendung Echo der Zeit von Radio SRF erzielt sowohl in der Dimension der Berichterstattungsqualität (Inhaltsanalyse) als auch bei der Qualitätswahrnehmung (Befragung) die besten Ergebnisse.

Qualitätsmatrix Die Qualitätsmatrix funktioniert wie eine Lupe: Mit ihr lässt sich einfach erkennen, wie ein Medientitel im Hinblick auf die Berichterstattungsqualität (X-Achse) und die Qualitätswahrnehmung des Publikums (Y-Achse) innerhalb ihrer Vergleichsgruppe abschneidet. Die Einteilung unterscheidet nach unterdurchschnittlichen (–1), durchschnittlichen (0) und überdurchschnittlichen (+1) Qualitätseinstufungen. Die Mehrzahl der Medientitel liegt auf der diagonalen Achse. Dies bedeutet, dass beide Messverfahren (Inhaltsanalyse und Befragung) bei den meisten Medientiteln zu übereinstimmenden Qualitätsbefunden kommen. Landet ein Medientitel ausserhalb der Diagonale, bedeutet dies, dass die Methoden zu unterschiedlichen Befunden kommen. Ein Medientitel oberhalb der Diagonale schneidet beim befragten Publikum besser ab, ein Medientitel unterhalb der Diagonale schneidet in der Inhaltsanalyse besser ab.

Ausnahmen bestätigen die Regel Zwar führen die Inhaltsanalyse und die repräsentative Befragung im Grossen und Ganzen zu den gleichen Ergebnissen, doch sind es gerade die Abweichungen, die besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Bei der Basler Zeitung sowie deren Onlinependant bazonline.ch klaffen Berichterstattungsqualität und Qualitätswahrnehmung auseinander. Die beiden Basler Informationsmedien können inhaltlich zum Beispiel mit der Berner Zeitung und deren Newssite mithalten, doch die Bevölkerung nimmt die beiden Berner Medientitel als weit hochwertiger wahr. Offensichtlich kämpfen die Basler Zeitung und bazonline.ch nach wie vor mit einem Imageproblem, an dem der Besitzerwechsel von Christoph Blocher zur TX Group im Jahr 2018 nichts ändern konnte. Von einem Imageproblem kann weiter bei der Weltwoche gesprochen werden: Auch hier weist die Inhaltsanalyse bessere Qualitätswerte aus als die repräsentative Bevölkerungsbefragung. Vermutlich polarisiert die Weltwoche mit ihrer redaktionellen Linie. Befragte, deren Ansichten von dieser Linie abweichen, könnten diesen Medientitel somit schlechter bewerten. Bei Tele M1 – Aktuell zeigt sich der umgekehrte Fall: Das Nachrichtenprogramm des regionalen Privatfernsehsenders für die Kantone Aargau und Solothurn kommt trotz vergleichsweise bescheidener Berichterstattungsqualität beim Publikum gut an.