«Jahrbuch» und «Medienqualitäts­rating»

Seit 2010 gibt es in der Schweiz das Jahrbuch Qualität der Medien, das von der Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität gefördert und vom fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich herausgegeben wird. Seit 2016 wird dieses Projekt nun alle zwei Jahre durch das Medienqualitätsrating (MQR) des Stiftervereins Medienqualität ergänzt. Was sind die Gemeinsamkeiten, was die Unterschiede der beiden Projekte?

Die beiden Projekte haben gemeinsam, dass sie demselben Ziel dienen, nämlich den Diskurs über die Medienqualität in der Schweiz zu fördern. Dabei orientieren sich beide Projekte am gleichen demokratietheoretischen Qualitätsverständnis. Zudem ist das fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich an beiden Projekten beteiligt und für die Messung der Berichterstattungsqualität verantwortlich.

Die beiden Projekte unterscheiden sich dahingehend, dass das Jahrbuch den Schwerpunkt auf langfristige Entwicklungsdynamiken zur Medienqualität legt und die Qualitätsdynamik zudem mit strukturellen Einflussfaktoren in Verbindung bringt. So interessiert sich das Jahrbuch zentral für die Frage, wie sich die Entwicklung der finanziellen, personellen und zeitlichen Ressourcen im Informationsjournalismus auf die Berichterstattungsqualität auswirkt. Das sind Aspekte, die das Medienqualitätsrating-Projekt nicht oder nur am Rande untersucht.

Beim Medienqualitätsrating steht demgegenüber die vertiefte, gegenwartsbezogene Bewertung (Rating) der Medienqualität im Zentrum, wobei hier zusätzlich die Qualitätswahrnehmung des Publikums berücksichtigt wird. Diese zweifache Medienqualitätsmessung ist national wie international einmalig.

Gesamthaft sind das Jahrbuch- und das Medienqualitätsrating-Projekt komplementär zueinander. Sie ergänzen sich auf sinnvolle Weise.