Vertrauen in Medientitel

Lesebeispiel: Am meisten Vertrauen hat das Publikum in die Radiosendung Echo der Zeit. Der Wert ist gegenüber 2018 unverändert. Am wenigsten Vertrauen wird der Onlineausgabe des Blick entgegengebracht, obwohl diese 4 Punkte zulegen konnte.

  • Tages-und Onlinezeitungen
  • Sonntagszeitungen und Magazine
  • Boulevard- und Pendlerzeitungen
  • Radio- und Fernsehsendungen

Wie viel Vertrauen hat das Publikum in einzelne Medientitel? Zunächst wurde mittels einer Filterfrage gewährleistet, dass die Befragten nur jene Medientitel bewerten, die sie auch tatsächlich kennen. Das Vertrauen des Publikums (2 159 Personen mit 11 432 Bewertungen) in einzelne Medientitel wurde anhand zweier Aussagen gemessen. Die Befragten gaben hierzu an, wie sehr sie den Aussagen zustimmen, dass sie den einzelnen Medientiteln «vertrauen» und ob man sich auf diese «verlassen» kann. Die Skala reichte von 1 (stimme überhaupt nicht zu) bis 5 (stimme voll und ganz zu) Punkten. Für die Übersicht wurden die Mittelwerte beider Aussagen gebildet und zur besseren Vergleichbarkeit mit den übrigen Ergebnissen in eine Skala umgerechnet, die von 0 (sehr niedriges Vertrauen) bis 100 (sehr hohes Vertrauen) reicht.

Die SRG-Titel sowie Boulevard- und Pendlerzeitungen gewinnen an Vertrauen Die repräsentative Onlinebefragung für die Deutschschweiz und die Suisse romande zeigt, dass die Befragten den ihnen bekannten Medientiteln eher vertrauen als misstrauen. Bei 46 der untersuchten 49 Medientitel liegen die Vertrauenswerte im positiven Bereich, also über dem Schwellenwert von 50 Punkten. Dieser Befund deckt sich mit den Ergebnissen des MQR-16 und MQR-18.
Bei den SRF-Sendungen sowie Boulevard- und Pendlerzeitungen gibt es jedoch bemerkenswerte Vertrauensgewinne: Zieht man die Vergleichsdaten heran, zeigt sich, dass die Sendungen Tagesschau, Rendez-vous und 10vor10 in den vergangenen zwei Jahren an Vertrauen zulegen konnten. Ebenfalls vertraut das Publikum den Boulevard- und Pendlermedien 20 Minuten, 20 minutes und Blick, deren Online-Pendants sowie lematin.ch und watson.ch mehr als noch zwei Jahre zuvor.
Da die Befragung zwischen dem 21. Februar und dem 9. März 2020 durchgeführt wurde, ist ein Zusammenhang mit der damals aufkommenden Corona-Pandemie naheliegend. In dieser Zeit, genauer am 28. Februar 2020, stufte der Bundesrat die COVID-19-Pandemie auf Grundlage des Epidemiengesetzes als «besondere Lage» ein. Womöglich haben die Befragten die Medienqualität von gewissen Medien während der Krise etwas positiver eingeschätzt als sonst. Die Informationssendungen des SRF sowie die kostenlosen Boulevard- und Pendlermedien könnten deshalb von einem Vertrauensbonus in der Krise profitiert haben. Offen bleibt daher die Frage, wie nachhaltig dieser Vertrauensgewinn ist.